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#triggerwarnung #sternenkind #tod

Ich schaue auf die dunkel unterlaufenen Fingernägel. Die kleinen Hände. Die bläulich gefärbte Haut. Für einen Moment muss ich die Tränen zurückhalten. Ich schaue wieder und wieder hin, fotografiere die ersten Momente einer Mutter, die eben ihr Kind geboren hat. Die Hebamme läuft aufgeregt hin und her. "Ich dachte nicht, dass es so schnell geht." Sie hatte kurz den Raum verlassen, nur kurz, um etwas Ruhe zu bieten und jetzt ist der Kleine schon auf der Welt.

Ich bin auch noch gar nicht richtig im Kreißsaal angekommen, meine Objektivdeckel liegen auf der Fensterbank, meine Kameratasche steht darunter. Ich konzentriere mich wieder, versuche, bei dem gedimmten Licht dennoch stimmungsvolle Momente einzufangen, möglichst wenige Schatten im Bild zu haben und die warme herzliche Atmosphäre wiederzugeben, die hier herrscht.
Es sind ganz besondere Momente, die ich bei meinen Einsätzen als Geburtsfotografin miterleben darf und doch ist es diesmal irgendwie anders. Wieder schaue ich auf diesen noch ganz jungen Erdenbewohner und sehe, dass seine Fingernägel immer noch dunkel aussehen, seine Haut hat ebenso immer noch diesen Blaustich.

Ich atme konzentriert und versuche den Vergleich wegzuschieben, den mir die Bilder liefern. Der Babyjunge, den ich zwei Tage zuvor vor meiner Linse hatte, hatte die gleiche Haut- und Nagelfarbe. Er lag tot aufgebahrt in einem Sarg beim Bestatter. Wenige Tage nach seiner Geburt war er verstorben und dann hatte sich seine rosa Haut wieder blau gefärbt.

Wie nah sie zusammenliegen, Anfang und Ende, denke ich und weiß nicht, ob ich gerade froh bin oder traurig.

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Anfang und Ende.

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