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Menschen sind unverkäuflich. Menschen sind keine Ware. Und schon gar kein Sexspielzeug.

„Dem Kinderhilfswerk zufolge wurden 2009 weltweit rund 220 Millionen Kinder zu sexuellen Dienstleistungen gezwungen.“, schreibt Fabian Goldmann auf der Seite des Gunda Werner Instituts.

Worum geht’s?

Menschen sind keine Ware und schon gar kein (käufliches) Sexspielzeug. Leider steigt trotz aller Bemühungen die Anzahl derer an, die Opfer bezahlter Vergewaltigungen werden. (Dies belegt die erste international durchgeführte Studie zum Thema: Offenders on the Move, veröffentlicht im Mai 2016.) Billigflüge und allgemein günstiges Reisen ermöglichen den einfachen Zugang für Straftäter*innen, die zudem kaum Gefahr laufen, jemals für ihre Verbrechen bestraft zu werden. Es gibt zahlreiche Gründe, zahlreiche Möglichkeiten.

Eins steht jedoch fest: Das Problem ist real, es ist riesig und der Aufschrei diesbezüglich bleibt aus.

Die Idee

Mit einer schlichten ausdrucksstarken Fotoreihe und eben so prägnanten wie einfachen Aussagen gefüllt mit Fakten rund um die Problematik möchte ich die Aufmerksamkeit auf dieses wichtige Thema lenken – unter anderem in der Hoffnung, dass soziale Kontrolle zumindest Gelegenheitstäter von ihrem Tun abzuhalten vermag. Die Fotoreihe konzentriert sich vorerst – um sich nicht zu verzetteln – auf die Hauptbetroffenengruppe der minderjährigen Opfer: Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahren.

Schwarzer Hintergrund. Direkter Blick in die Kamera. „Not for sale“-Schriftzug am Körper. Das sind die Vorgaben. Wie die Mädchen schauen und wo der Schriftzug platziert wird, das entscheiden sie selbst. Im Vorfeld findet eine Infoveranstaltung rund ums Thema Menschenhandel in Kooperation mit teilnehmenden Schulen statt. So soll zusätzlich für die Problematik sensibilisiert werden.

Konzept Fotoreihe/Kampagne „not for sale"

Das Konzept wurde zunächst von der Bono Direkthilfe abgesegnet, die sich gegen Menschenhandel engagiert und deren unterstützte Projekte ich teilweise in Indien besuchen durfte, und die die Idee dem Realitätscheck unterzog.

Das Ziel

Großflächenplakate mit den entstandenen Motive, die so weit wie möglich gestreut werden. In Friedrichshafen etwa am Stadtbahnhof und nahe des Flughafens - nachdem weitere Schulen und Mädchengruppen abgelichtet wurden auch anderswo in Deutschland und weiteren Ländern. Aktuell existieren bereits Fotos von 21 Mädchen zwischen 11 und 16 Jahren.

Was hat das mit uns zu tun?

„The results of the first comprehensive study on SECTT [Sexual Exploitation of Children in Travel and Tourism] confirm that no region is untouched by this crime and no country is ‘immune’.“

Das ist der Zusammenfassung der ersten globalen repräsentativen Studie zur sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus- und Reisekontext, die im Mai 2016 von ECPAT veröffentlicht wurde, zu entnehmen. Laut einer Schätzung der Menschenrechtsorganisation „Terre des Hommes“ reisen 400 000 deutsche Männer jährlich in die Welt hinaus, um sich sexuelle Dienstleistungen zu erkaufen. Viele der Opfer sind minderjährig. Das legen folgende Zahlen nahe: Das durchschnittliche Alter von Prostituierten in Bangladesh liegt bei 13 Jahren (Quelle: UNICEF), im Nummer 1-Ziel-Land westlicher „Sextouristen“ Kambodscha sind ein Drittel der Opfer Kinder.

Doch man muss gar nicht so weit weg schauen, um Betroffene zu finden: In der EU wurden 2013/14 15846 Opfer von Menschenhandel registriert, ist dem Bericht der Europäischen Kommission zum Fortschritt im Bereich der Bekämpfung von Menschenhandel zu entnehmen. Dabei wird von einer weitaus höheren Dunkelziffer ausgegangen. 67% der Opfer werden sexuell ausgebeutet. 21% der Opfer sind Kinder. Davon 16% Mädchen.

Wer das Projekt unterstützen möchte, in einem Medium darüber berichten oder mit seiner/ihrer Schule, seiner/ihrer Jugendeinrichtung am Projekt teilnehmen, kann sich gern direkt bei mir melden.

Am besten geht's per E-Mail an info(at)menschenfotografin(punkt)de.

SAVE THE DATE: Am 12. Oktober 2018 findet an der Zeppelinuniversität eine Veranstaltung mit Inge Bell von Terre des Femmes statt, in deren Rahmen die Fotoreihe und -kampagne in Gänze vorgestellt werden wird. Mehr Infos dazu gibt es HIER.

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