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Insel Kos.

#triggerwarnung #tod #sterben #verlust

Irgendwann ist da dieser Gedanke. Entstanden aus der Vermisstensuche, vor allem der vergeblichen. Kurz bevor ich nach Griechenland aufbreche, trudelt eine E-Mail bei mir ein. Ein Freund eines Bekannten fragt, ob ich helfen könne, da ich doch gut vernetzt sei. Ein gemeinsamer Freund werde vermisst. Er habe dannunddann die Türkei verlassen und seitdem habe er sich nicht mehr gemeldet...

Ich lese das Datum und der vernünftige abgeklärte Teil in mir weiß schon jetzt, dass diese Geschichte kein gutes Ende genommen haben kann - zu lange ist die Überfahrt schon her. Doch der Rest von mir hofft ganz fest, dass es doch einfach nur eine Verhaftung gewesen sein möge oder ein Detentioncenteraufenthalt ohne Handy, der die Kontaktaufnahme unmöglich gemacht hat.

Und dann... auf meiner Reise auf die Insel entsteht da diese Idee: Ich möchte wissen, wo die begraben werden, die nicht zu den Glücklichen gehören, die hier weinend, erleichtert, den Boden küssend, lachend oder auch mit tausendmal "Shukran" auf den Lippen ankommen - lebendig.

Ich möchte wissen, was aus denen wird, die hier angespült werden, morgens gefunden, oder in den Armen ihrer Verwandten im Wasser erfrieren. (Das passiert schon auch mal, gerade bei kleinen Kindern.) Bereits als ich die Frage zum ersten Mal laut ausspreche, merke ich an der Reaktion, dass ich sie besser nicht gestellt hätte. Zu unangenehm, zu traurig, zu ohnmächtig fühlt sich das an, hier auf der Insel zu sein, offenen Auges all das mitzubekommen und doch nicht verhindern zu können, dass Menschen auf diesem lächerlich kurzen Stück Wasser zwischen türkischem Festland und griechischer Insel sterben.

... Fortsetzung folgt.

FOTO: Hinter dem katholischen Friedhof nahe Kos Stadt.

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Anfang und Ende.

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